Sr9009 gehört zu den Themen, bei denen die Details mehr zählen als die Schlagzeilen. Diese Seite bündelt Hintergrund, Wirkmechanismen und die praktischen Punkte, die am häufigsten gefragt werden.
Stand 2025-12-15. Zahlen und Beschreibungen folgen der Fachliteratur und nicht dem Marketingmaterial.
im Rahmen einer Krankenhausbehandlung, oft allein nach Aktenlage und durch Spezialisten (klinische Pharmazeuten, Geriater, Internisten) erfolgten, denen die Patienten und ihre Lebensumstände zu unbekannt waren. Weitere Erklärungen könnten sein, dass die Patienten zu wenig informiert und an den ergriffenen Maßnahmen zu wenig beteiligt wurden. Der Arzneimittelbrief bemängelt, dass in keiner der Studien zur Reduktion von Multimedikation Scheininterventionen erfolgten. Dieser Aspekt sei besonders wichtig, da bei jeder Veränderung der Medikation mit unerwünschten Reaktionen zu rechnen sei, beispielsweise durch pharmakologisch begründete Entzugssymptome und/oder eine psychologische Verunsicherung des Patienten. Ein Absetzen von Arzneimitteln könne bei Patienten oder ihren Angehörigen Befürchtungen auslösen, als hoffnungsloser Fall oder aus ökonomischen Gründen aufgegeben zu werden. Ärzte und Patienten tun sich also offensichtlich schwer mit dem Absetzen von Medikamenten – selbst wenn genügend Evidenz für einen Nutzen vorliegt. Dies gilt nachweislich für Antihypertensiva und Antidiabetika, aber auch für Protonenpumpenhemmer oder viele Psychopharmaka. Bei vielen Arzneimitteln kommt noch als zusätzliches Hindernis hinzu, dass das Absetzen schwierig sein kann, z. B. wegen Entzugssymptomen, und ein überwachtes „Ausschleichen“ erfordert. Daher werden zunehmend spezielle „Deprescribing“-Leitlinien entwickelt. Auch die Autoren von medizinischen Leitlinien sind in der Pflicht.
Quellen: de.wikipedia.org
Diese sollten nicht nur Empfehlungen zur Intensivierung, sondern auch zur Deintensivierung von medizinischen Maßnahmen abgeben. Prinzipiell ist eine vertrauensvolle Kooperation zwischen Patienten und den behandelnden Ärzten unabdingbar, um mögliche Probleme durch Multimedikation zu vermeiden. Die Hausarztpraxis ist dabei wahrscheinlich die Schlüsselstelle für das Medikationsmanagement. Hausärzte verordnen >85 % der rezeptpflichtigen Arzneimittel und haben den engsten und kontinuierlichsten Kontakt zu den Patienten. Allerdings gibt es für Hausärzte eine Vielzahl von Unsicherheiten. So erfolgt die Erstverordnung von Medikamenten oft ohne Rücksprache mit ihnen und durch nicht hausärztlich tätige Fachärzte und Krankenhausärzte. Das Absetzen einer solchen Anordnung durch den Hausarzt kann zu einer Vertrauenskrise mit den Patienten oder dessen Angehörigen führen. Zudem bestehen oft rechtliche Unsicherheiten, die dem Absetzen einer Facharztverordnung im Wege stehen können. Die Optimierung der Verschreibungspraxis im Bereich Polypharmazie ist einer der Aspekte innerhalb der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele, um neben der Gesundheitsförderung auch den Arzneimittelbedarf und damit den Umwelteintrag zu reduzieren, auch vor dem Hintergrund der mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung wahrscheinlich zu erwartenden Steigerung des Arzneimittelverbrauchs.
Quellen: de.wikipedia.org
== Geschichte == Der Begriff ‚Polypharmacy‘ taucht in der englischsprachigen Fachliteratur erstmals etwa Mitte der 1950er Jahre auf. Man verstand hierunter „seitenlange ärztliche Rezepturen mit komplexen Wirkstoff-Mixturen unter Verwendung von Korrektiven, Adjuvantien und Vehikeln“. William Osler verwendete den Begriff auch schon im frühen 20. Jahrhundert. So schrieb er: „Der Kampf gegen die Polypharmazie, oder den Gebrauch einer großen Anzahl von Arzneimitteln (von denen wir wenig wissen, aber die wir in Körpern einsetzen, ohne zu verstehen wie sie funktionieren), ist noch nicht zu Ende geführt worden.“
Quellen: de.wikipedia.org
Das Post-Finasterid-Syndrom (englisch Post-finasteride syndrome, kurz PFS) ist ein Begriff im Zusammenhang mit über das Therapieende hinaus bestehenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei der Behandlung mit dem Arzneistoff Finasterid aus der Klasse der Steroid-5α-Reduktase-Inhibitoren. Das Post-Finasterid-Syndrom umfasst Veränderungen der Sexualfunktion, der Psyche und der Kognition. Über die tatsächliche Existenz dieses Syndroms besteht Unklarheit. Es existieren keine hochwertigen wissenschaftlichen Studien, die eine Existenz nahelegen oder beweisen.
Quellen: de.wikipedia.org
== Klinische Erscheinungen == Die klinischen Erscheinungen des Post-Finasterid-Syndroms umfassen alle bekannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (Nebenwirkungen) im Zusammenhang mit Finasterid. Diese werden fortlaufend erforscht. Insgesamt sind Finasterid und andere Medikamente der Gruppe der Steroid-5α-Reduktase-Inhibitoren gut verträglich. Mehrere große Studien haben keinen Anstieg des Auftretens von Prostatakrebs festgestellt, wenn jedoch entdeckt, dann möglicherweise einen Anstieg an höhergradigen Tumoren. Es gibt dabei keine Veränderung in der Überlebensrate. Weiterhin konnte kein direkter Zusammenhang zwischen Steroid-5α-Reduktase-Inhibitoren und Depressionen festgestellt werden. Erkenntnisse aus einigen kleineren Studien haben jedoch dazu geführt, dass Depression als unerwünschte Arzneimittelwirkung in den Packungsbeilagen erwähnt wird. Über Störungen der Sexualfunktion wie Libidoverlust, erektile Dysfunktion und verringertes Ejakulatvolumen im Zusammenhang mit Steroid-5α-Reduktase-Inhibitoren wurde bei 3,6 Prozent bis 15,8 Prozent der Männer berichtet. Diese Effekte waren in der Regel mild und große Studien legen nahe, dass solche Symptome sich mit der Zeit verbessern. Die Einnahme von Steroid-5α-Reduktase-Inhibitoren durch Frauen ist zunehmend. Es liegen jedoch kaum Studien zum Nutzen vor. Risiken umfassen Geburtsdefekte bei männlichen Föten bei der Einnahme während der Schwangerschaft sowie Libidoverlust, Kopfschmerzen, gastrointestinale Beschwerden und Einzelfälle von Veränderungen bei der Menstruation, Akne und Schwindel.
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== Therapie == Es gibt aktuell so gut wie keine Informationen in der medizinischen Fachliteratur über Behandlungsmöglichkeiten bei Symptomen, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Einnahme von Steroid-5α-Reduktase-Inhibitoren stehen. Es gibt kaum Daten, die dabei helfen vorherzusehen, wie sich bestehende Symptome in der Zukunft entwickeln.
Quellen: de.wikipedia.org
== Geschichte == Anfang 2015 wurde das Post-Finasterid-Syndrom in die Liste des Genetic and Rare Diseases Information Center (GARD) der amerikanischen National Institutes of Health aufgenommen. Gleichzeitig wird betont, dass dies keine Anerkennung der tatsächlichen Existenz einer Krankheit namens „Post-Finasterid-Syndrom“ ist. Im März 2016 veröffentlichte die New Zealand Medicines and Medical Devices Safety Authority, in Bezugnahme auf das Genetic and Rare Diseases Information Center (GARD), ein Datenblatt zum Post-Finasterid-Syndrom. In der 15. Ausgabe des Fachjournals „Gynäkologische Endokrinologie“ erschien 2017 über das Post-Finasterid-Syndrom ein eigener 11-seitiger Artikel.
Quellen: de.wikipedia.org
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